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mein erster Beitrag

Herzlich willkommen zu einem Blog der etwas anderen Art.


Ich möchte diese Plattform dafür bereitstellen um themenzentrierte Diskussionen und interessensbasierten Austausch zu ermöglichen und voranzutreiben . Insbesondere der Umgang meiner mir bekannten Gesellschaft mit dem Thema  "Handicap vs. Krankheit" hat mich dazu veranlasst etwas mehr Interaktion anbieten zu wollen.  Warum das Ganze?

In den letzten Jahren wird immer mehr und immer lauter das Thema „Inklusion“ aus verschiedenen Perspektiven dargestellt. Wir sehen dazu Berichte im Fernsehen, YouTube-Posts oder lesen etwas zufällig im Internet. Es erscheint wie eine Art Machtkampf zwischen den Betroffenen und der Exekutiven sowie der Legislativen. Mir erscheint es jedoch so, dass jene Menschen, die in ihrem Umfeld Niemanden kennen, der oder die irgendein Handicap mit sich trägt, einfach nur Zuschauer oder Passanten dieses inklusiven Umbruchs werden. Dabei funktioniert Inklusion natürlich nur dann wenn alle Menschen mit einbezogen werden. Wenn ich vom Status Quo ausgehe, dann muss man durchaus sagen, dass ein Großteil von uns zu Konsumenten geworden ist. Diese Art der Kommunikation und Bewusstseinsbildung ist also ziemlich passiv. Wir sehen, lesen und versuchen zu verstehen. Dabei wäre es überlegenswert, wenn wir unsere eigenen Fragen und Ängste und auch eine gewisse Neugierde aktiver einbringen. Und genau hier setze ich an.


Ich selbst bin in einer Position, das Gefühl nachvollziehen zu können, nicht beeinträchtigt zu sein, weil ich einst fast alles genauso konnte wie meine Mitmenschen auch. Und auf der anderen Seite werde ich durch meine Erkrankung, die aufgrund der degenerativen Natur weiter fortschreitet, immer offensichtlicher in meinen motorischen Fähigkeiten eingeschränkt. Ich nehme meine Umwelt sehr genau wahr, kann alles fühlen und habe ein gutes Verständnis für die Vorgänge in unserer Gesellschaft. Dynamik heißt das Stichwort. Höher, schneller, weiter. Wir leben im Dauerstress. Ich selbst bin sogar so unruhig mittlerweile, dass ich die Folgen einer Serie im Zeitraffer/mit vorspulen anschaue und gar keine Geduld mehr habe diese in Ruhe zu genießen. über das Internet oder die Arbeitswelt dreschen auf jeden einzelnen von uns pro Sekunde so viele Daten ein, dass wir es überhaupt nicht mehr mitbekommen, welche diese Daten wir filtern. Teilweise ist es für mich sogar fragwürdig ob wir richtig filtern. und so kommt es das viel vergessen wird,  Unausgesprochenes - von dem wir dachten es gesagt zu haben - in der Kommunikation mit unseren Mitmenschen zur Voraussetzung wird. Die Verwirrung und Missverständnisse nehmen zu. Dauerleistung als Standard einer Gesellschaft kann also keine Lösung für ein Zusammenleben sein. Doch im Moment bewerten wir unsere Mitmenschen im Alltag danach, wie leistungsfähig sie in Bezug auf die wirtschaftlichen und sozioökonomischen Normen sind. Nennen wir das menschlich?


Ich habe das Thema Zeit aufgegriffen weil es primär wichtig erscheint dort anzusetzen. Wenn Menschen denken oder Angst davor haben keine oder nicht genügend Zeit für die Dinge zu haben die sie mögen dann werden sie nicht auf die Suche gehen. Und somit geschieht es in meinen Augen auch mit dem Thema Handicap. Wir alle verlieren teilweise unsere Neugierde. Sie wird überschattet von Angst oder Zweifel oder sogar Gleichgültigkeit. Wenn kleine Kinder etwas nicht kennen dann erweckt das Ihnen einen derartig großen Impuls, dass sie das Unbekannte erforschen wollen. Es werden Fehler gemacht und damit Fortschritte generiert. Ich kenne auch Erwachsene die sich diese Eigenschaft zugute gehalten und nicht verlernt haben. Aber das sind nicht viele. Mein Wunsch für den Austausch auf dieser Plattform ist es Fehler machen zu dürfen. Es ist also ein Aufruf. Natürlich muss man auch aus diesen Fehlern lernen wollen. Insofern wünsche ich mir Fragen von denen ihr denkt, dass man diese Fragen nicht stellen darf/sollte.


Um nicht ein ganzes Buch über Inklusion anzufangen möchte ich hiermit schließen. Inklusion bedeutet in meinen Augen nicht, Menschen mit einer Behinderung in einer Gesellschaft zu integrieren, die mit Einschränkungen schlecht umgehen kann. Für mich bedeutet Inklusion ein Miteinander. Man könnte auch sagen: Eine inklusive Gesellschaft ist für mich eine Gemeinschaft in der Menschen ohne Handicap ihre Angst verlieren mit Leuten - die ein Handicap haben - in Kontakt zu treten, neugieriger werden, Fehler machen und umgekehrt die Gelegenheiten dazu geschaffen werden und das die Barrieren - vor allem in den Köpfen der Menschen, unabhängig davon ob sie eine Behinderung oder nicht haben, - zu Fall gehen.


Also herzlich willkommen.